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Abakadabra … back to (Van)life!

„Abacadabra …!“

Lady Gaga gibt alles, als Eurowings auf die Minute genau in Lissabon aufsetzt.

Wer sich jetzt zurecht Fragen stellt: Meine Flugangst – warum auch immer – lässt sich erstaunlich effektiv mit mittel bis sehr schlimmen Popsongs bekämpfen. Meist sind sie eher sehr schlimm.

Aber zum Thema. Abrakadabra, sim sala bim – wer braucht schon eine Daunenjacke?

Das Schneegestöber vom Vorabend in Deutschland ist längst vergessen, als ich durch die portugiesische Sonne zum Flughafengebäude watschele. Wie neu geboren hat mich die fliegende Blechbüchse ausgespuckt.

Für mich ist Fliegen immer noch wie Zauberei, irgendwie sogar noch mehr als früher. In drei Stunden einfach mal bis Frühling vorgespult, während in Deutschland das x-te Mal Schnee fällt.

Wahrscheinlich auch, weil ich weiß, wie viel länger, anstrengender und auch teurer die Strecke mit dem Van oder dem Zug gewesen wäre:

Wie viele Übernachtungen, Anschlussängste, Warterei und auch Geld das gekostet hätte! Wahrscheinlich hätte ich dafür aber auch mehr erlebt, als drei Stunden lang Musik zu hören, zu versuchen zu lesen, wegzunicken oder meinen Sitznachbarn beim Selbigen zuzuschauen.

Abakadabra – „Zuhause“!

Heute steige ich noch mal lieber aus dem Flieger aus als eh schon, denn ich werde ausnahmsweise mal abgeholt. Auch wie Zauberei.

Zwei Stunden später muss noch ein Engel kommen, und zwar einer der gelben Sorte. Petit Bleu (der Van) hat den Winterschlaf etwas zu ernst genommen und muss leider überbrückt werden, ist ansonsten aber in Topform.

Es ist schon dunkel, als wir endlich den Campingplatz erreichen, und ich kann es irgendwie nicht so richtig fassen. Auch nach der Pizza und einem großzügigen Glas Wein noch nicht. Es ging einfach dann doch zu schnell. Ist das eine Palme …?

Schließlich überkommt mich eine Müdigkeit dieser Sorte, wie wenn man einen Umzug hinter sich gebracht hat und die letzten Helfer*innen nach Hause sind.

Ich schaffe gerade noch Zähneputzen und falle bei auffällig milden Temperaturen ins Bett.

Erst als ich am nächsten Morgen aufwache und nach einer halben Sekunde Verwirrtheit realisiere, wo ich bin, stellt sich Erleichterung ein: Abakadabra, „Zuhause“! Zumindest in einem der vielen Zuhauses, die ich mittlerweile angehäuft habe.

Auch wenn ich Vanlife öfter mal verfluche und ich es teilweise anstrengend finde – irgendwie ist der kleine Bus doch zu einer Art Safe Space geworden.

Leider ordnet sich das Van-Innere nicht wie durch Zauberhand von selbst, und so verbringe ich den Tag mit Räumen, Sortieren, Waschen, Einordnen, Ausmisten … und Kaffee beim Nachbar-Engel schnorren.

Und dann zieht mich natürlich eine bestimmte Sache magisch an …

Der (Sonnen)schein trügt

Glitzernd donnert der weiße Schaum in meine Richtung, und ich lasse den Blick bis zum Horizont schweifen. Die Wellen sind zum Glück zu groß, als dass sie mich ernsthaft in Versuchung bringen könnten.

Etwas erleichtert (weil NULL Energie und mentale Stärke fürs Surfen) latsche ich zum Campingplatz zurück. Unterwegs geht langsam die Sonne unter und …

… Aba – ka da bra – ähm, was ist bitte mit der Temperatur passiert?

Bei gefühlten Fünf Grad krieche ich schließlich zitternd in den Schlafsack. Hatte wohl den portugiesischen Frühling schon etwas zu früh eingeläutet, upsi 😀

Und wieder hilft das altbekannte Prinzip: Sim sala bim, zaubert der Nachbar-Engel einen Heizlüfter hervor und ich bekomme große Augen.

Als ich ihn annehmen will, zieht er noch mal kurz zurück: „Aber nicht damit durchbrennen …“

„Mist“, denke ich und muss schmunzeln – etwas über mich, aber auch über den ungewollten Wortwitz. Er kennt mich zu gut.

Abrakadabra, Nacht gerettet.

Enjoy

Tina

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